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Das Ultimum
• • • • • (bewertet mit 5 von 5 Punkten)
Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Alk: Fast ein medizinisches Sachbuch (Broschiert) Am Anfang denkt man vielleicht kurz (vor allem wenn und und weil man so eine Schreibart, wie der Rezensent, nicht so gewohnt, und wenn man, wie der Rezensent, „Betroffener“ ist): Was ist das denn? Aber je länger ich gelesen habe, desto begeisterter war ich. Geschlossen habe ich das Buch dann mit der festen Überzeugung, daß es das beste zum Thema ist, das ich überhaupt bisher gelesen habe. Und ich habe einige gelesen. Einesteils ist es dem Autor gelungen, in seinen eigenen Worten, dem Leser das „Medizinische ins Menschliche“ zu übersetzen. Und mehr als das, er weicht mit SEHR guten Argumenten teilweise von den kanonischen Ansichten ab. Dieser Autor scheint alles zu wissen. Bis hin zum Frauenalkoholismus, den er aus naheliegenden Gründen im Gegensatz zu anderen vielleicht auch noch von innen kennt. Ständig (wenn man nicht grade lacht!) sagt man sich beim Lesen: Ja, so ist es! Anderenteils berichtet er auf wirklich enorm witzige Weise von seinen Erfahrungen im medizinisch-therapeutischen Apparat. Irgendwie schafft er es, extreme Drastik doch mit einer stellenweise fast rührenden Einfühlsamkeit zu verbinden. Er ist eben (stellenweise) drastisch, nie aber zynisch. Er zieht den Leser durch dauernde Wechselbäder des zitternden Schauderns und des bebenden Lachens. Und doch hat man am Ende das Gefühl, daß das Ganze angemessen abgehandelt wurde. Das grenzt an Magie. Er rückt einiges zurecht, was schon lange mal in dieser Deutlichkeit in Alk-Büchern hätte stehen müssen. Zum Beispiel seine Ausführungen über die so unglückselige „Krankheitseinsicht“. Über manche Ärzte und manches Pflegepersonal. Trotzdem lässt er keine Mißverständnisse aufkommen, daß schiere Erwartungshaltung und Passivität niemals zielführend sein werden. Kurzum: NUR zu empfehlen. Für alle, die damit zu tun haben oder sich interessieren. Und das Buch, von dem man unübertrieben sagen kann, daß es alle anderen Sachbücher zum Thema überflüssig macht. Daß es wissenschaftlich und literarisch das Ultimum ist. Grausam, wahrhaftig, schön und witzig zugleich.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 6. März 2006 |